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MIKE JANSENS Wecker klingelte um vier Uhr morgens wie an jedem Arbeitstag. Er schlug die dünne Decke zurück und stieg aus dem Bett. Da er sich schon vor langer Zeit angewöhnt hatte, gleich nach dem Aufwachen wachsam und rege zu sein, war er auf Anhieb munter. Die Hitze in Apalachicola setzte der Klimaanlage stark zu, aber gerade wehte eine kühle Brise durch den Raum. Das musste wohl genügen, bis er sich eine neue leisten konnte. So sah sein alltägliches Leben aus: Dinge reparieren und Abstriche machen, bis er genug Geld hatte, um seine alten und abgenutzten Sachen zu ersetzen. Natürlich gab es Ausnahmen. Eine davon war sein Lebensunterhalt.

Er sprang unter die Dusche und ging seiner üblichen Morgenroutine nach, ohne zu viele Gedanken zu verschwenden. Bevor er den Raum verließ, schlüpfte er in lockere Shorts, ein hellblaues T-Shirt, das Carrie für ihn ausgesucht hatte, und seine rutschfesten Schuhe. Zuallererst hielt er an der Schlafzimmertür seiner Tochter inne. Leise öffnete er die Tür und huschte hinein.

Carry war der glücklichste Unfall in Mikes Leben gewesen, den er keinen Moment bereut hatte. Sie lag mit dem Rücken zu ihm auf ihrem rosafarbenen Kopfkissen und ihr blondes Haar leuchtete im Licht der mit Einhörnern verzierten Nachttischlampe. Mike beugte sich über sie, küsste sie sanft auf die Wange und schlich wieder hinaus.

Der Duft nach starkem Kaffee erfüllte die feuchte Luft, und es zog ihn in die Küche. Welch ein Glück, dass er den Timer eingestellt hatte! Er goss sich eine Tasse ein und trank sie aus, während er eine Kühlbox mit sehr viel Wasser, Limonade und seinem Mittagessen füllte. Dann schüttete er den Rest Kaffee in seine Thermoskanne – irgendwann würde er das Coffein bestimmt nötig haben – und verließ das Haus durch die Gartentür.

Die vertraute feuchte Hitze schlug ihm trotz dieser frühen Stunde mit voller Kraft entgegen. Das Klima machte Mike nichts aus. Er war so daran gewöhnt, dass er die Hitze wohl nur bemerken würde, wenn sie plötzlich fehlte. Wenn die Temperaturen im Winter unter 13 Grad sanken, fühlte er sich ganz hilflos und völlig durchgefroren. Mike legte seinen Proviant auf den Boden seines Trucks und ging noch einmal ins Haus zurück, um in dem Behälter mit den Snacks für seine Gäste zu wühlen.

Als Mike den letzten Rest seiner Ausrüstung einsammelte, ging das Licht auf der Veranda an. Er schloss die Autotür und drehte sich zu seiner Mutter um, die im Nachthemd in der Tür stand. „Ich weiß noch nicht, wie spät es heute wird.“

„Ich weiß. Behalte das Wetter im Auge. Dieser Sturm sieht nicht gut aus.“ Mikes Mutter hielt sich für eine talentierte Wahrsagerin. Sie verfolgte den Wetterbericht einzig und allein, um die Meinung der Experten anzuzweifeln und ihre eigenen Vorhersagen zu treffen. Tatsächlich hatte sie die höhere Trefferquote.

„Das tu ich doch immer.“ Er umarmte sie. „Sag Carrie, dass ich sie lieb habe.“

Seine Mutter nickte bedächtig. „Ich fahre heute mit ihr nach Tallahassee. Sie wollte ein paar Bücher abholen und ich helfe dabei, den Ausflug der Jugendgruppe aus der Kirche zu planen.“

„Danke, dass du auf sie aufpasst.“ Ohne seine Mutter hätte Mike seinen Beruf an den Nagel hängen können.

„Du weißt doch, dass ich alles für die Kleine tun würde.“ Mikes Mutter schüttelte den Kopf. Ihre dunklen Haare waren von grauen Strähnen durchzogen. „Sie ist das Beste, was wir haben. Ich will, dass sie alle Chancen bekommt, die du nicht hattest.“ Sie tätschelte seine Wange.

„Du hast alles richtig gemacht, Mom. Besser als die meisten anderen, um ehrlich zu sein.“ Mike lächelte und wandte sich ab. Wenn er mit seinen Vorbereitungen nicht in Verzug geraten wollte, musste er sich beeilen. Er hasste es, wenn die Zeit knapp wurde. „Viel Spaß in der Stadt. Sag Carrie, ich bin heute Abend wieder da.“ Er sprang die Treppen des kleinen Hauses, in dem er mit seiner Mutter und seiner Tochter wohnte, hinunter und stieg in seinen Truck. Der Jachthafen war nur knappe fünf Kilometer entfernt und schon kurz darauf parkte Mike auf seinem Stammplatz.

Die Sonne war noch nicht aufgegangen und so machte er sich im Schein der Straßenlampen mit seiner Kühlbox auf den Weg zur Decisions, seinem Fischerboot.

Mike liebte das Schiff und widmete ihm mehr Aufmerksamkeit, als er es eigentlich sollte, aber die Decisions war seine Lebensgrundlage und er wollte seine Kunden beeindrucken. Sie war etwa neun Meter lang und hatte ihn auch in brenzligen Situationen nie im Stich gelassen. Im letzten Sommer hatte er sie an Land geholt, komplett gereinigt und ihrem Rumpf einen neuen Anstrich verpasst, bevor er sie wieder zu Wasser gelassen hatte.

Mike ging an Bord und verstaute seine Habseligkeiten in der kleinen Kajüte. Als er die steile leiterähnliche Treppe in den Bug hinunterstieg, zog er den Kopf ein, um sich nicht zu stoßen. Auf seinem Boot hatte alles seinen angestammten Platz und zuerst verstaute er die Kühlbox, bevor er mit seinem morgendlichen Kontrollgang fortfuhr.

Als er wieder aus der Kajüte kletterte, kam sein Maat Gordon an Bord. „Morgen, Boss“, grüßte er wie immer.

„Morgen, Bubba. Reich mir dein Zeug an, dann bring ich’s nach unten.“

Gordon reichte ihm seine Kühlbox und Mike stellte sie neben seiner eigenen ab. Dann kletterte er wieder an Deck und schloss die Kajütentür hinter sich. Seine Mutter hatte ihm dabei geholfen, die Sitzpolster zu entfernen und sie durch strapazierfähigen, wasserfesten Stoff zu ersetzen. Sein Boot mochte zwar gebraucht aussehen, aber er kümmerte sich gut darum.

„Wie viele Leute kommen heute?“

„Nur zwei. William hat gebucht, und dann hat letzte Woche noch ein anderer Typ angerufen. William meint, es wäre okay, wenn er mitkommt.“ Allein Williams Namen auszusprechen, ließ Mikes Herz schneller schlagen.

„Ist es also wieder so weit“, kommentierte Gordon ausdruckslos. Er machte sich daran, die beiden besten Angelruten und Spulen vorzubereiten. „Wann wollten sie ankommen?“

„Jeden Moment. William hat von sechs Uhr gesprochen.“ Mike liebte die Touren mit William. Obwohl es gar nicht nötig war, brachte William jedes Mal eine riesige Kühlbox voller Snacks, Getränke und allem, was ihnen sonst noch einen unvergesslichen Tag bescheren konnte, mit, die er jedes Mal bereitwillig für alle anderen öffnete. Mike hätte schwören können, dass William Extraportionen einpackte, nur um sie zu teilen. Ein Angeltrip mit ihm wurde immer zu einer fröhlichen Veranstaltung und es fühlte sich für Mike nicht so an, als würden er und Gordon lediglich ihren Job machen. Manche Kunden behandelten ihn und seinen Maat kaum besser als Dienstboten. Glücklicherweise waren das aber nur die Wenigsten. Die meisten Gäste waren nett und hatten einen schönen Tag auf dem Meer. Aber die Touren mit William waren etwas ganz Besonderes.

Eine halbe Stunde später waren sie mit ihren Vorbereitungen fertig. Vom Kai ertönte Williams Stimme: „Hey Jungs! Bereit, den Kutter mit Fisch zu füllen?“

„Darauf kannst du Gift nehmen“, erwiderte Gordon. Er sprang von Bord und lief über die Holzplanken zu Williams schickem Mietwagen.

Mike kontrollierte seine Navigationsgeräte und die Ausrüstung zur Fischortung, während Gordon Williams Kühlbox an Bord hievte und ihr Besitzer die beiden Crewmitglieder mit einem breiten aufgeregten Lächeln begrüßte.

„Was fischen wir heute?“ William war es eigentlich egal, was sie fingen, so lange er überhaupt zum Angeln aufs Meer fahren konnte. Oft gab er Mike und Gordon seine Fische mit nach Hause. William ging es nur um die Erfahrung und den Spaß. Fische zu fangen, gehörte nicht zu seinen Prioritäten.

„Zackenbarsche und Schnapper. Leider müssen wir die roten wieder zurück ins Meer werfen.“ Das war Mikes wunder Punkt, aber es nützte nichts, deswegen herumzunörgeln. Er konnte die staatlichen Vorschriften nicht ändern. Man musste sich einfach damit arrangieren.

„Cool.“ William kletterte an Bord und schüttelte Mike und Gordon die Hand. „Angeln wir dieses Mal mit Lebendködern?“

„Wenn wir die Fallen finden“, antwortete Gordon.

„Wir warten noch auf einen Gast. Sieht aber so aus, als wäre er gerade angekommen.“

Scheinwerferlicht blitzte durch die Hafenanlage. Mike hoffte, dass es ihr viertes Besatzungsmitglied war.

„Dean“, rief er, als der Fahrer aus dem Truck stieg, und der Mann winkte ihnen zu, während weitere Fahrzeuge in den Hafen einbogen. Mike fuhr am liebsten früh los, um schon unterwegs zu sein, wenn die anderen Charterkapitäne eintrafen und ebenfalls in See stachen.

„Ich bin Mike und das ist Gordon“, sagte er und half Dean auf das sanft schwankende Boot zu klettern. Das letzte, was er wollte war, dass ihm ein Passagier über Bord ging. „Aber du kannst ihn Bubba nennen. Wir duzen uns hier auf dem Schiff, ich hoffe, du bist einverstanden.“ Mike nahm Deans Kühlbox und stellte sie neben Williams auf dem Deck ab. Sah aus, als müsste niemand verhungern.

„Ich bin William.“ Die beiden Passagiere schüttelten die Hände. „Warst du schon mal fischen?“

„Ist mein erstes Mal“, gab Dean zögernd zu. Er mochte in den Vierzigern sein, trug Turnschuhe, Khakishorts und ein lindgrünes T-Shirt. Sein Haar war so hell wie das von Carrie und er hatte sehr blasse Haut. „Ich war auch noch nicht oft auf einem Boot oder Schiff unterwegs. Aber ich wollte so etwas immer schon ausprobieren, und weil ich gerade geschäftlich in Tallahassee bin und einen freien Tag habe, dachte ich mir, ich kriege meinen Hintern jetzt mal hoch. Ich hoffe, das ist in Ordnung.“

„Klar, je mehr, desto besser!“ William setzte sich hin und wippte aufgeregt mit den Beinen. Mike beobachtete das Auf und Ab der braun gebrannten Schenkel, die wie ein Metronom im Takt seines eigenen Herzschlags zuckten.

„Wir geben unser Bestes, damit es ein unvergesslicher Trip für dich wird“, sagte er. „Eigentlich können wir auch schon aufbrechen, also mach’s dir bequem. In einer halben Stunde können wir die Lebendköder einsammeln und dann brauchen wir noch ein, zwei Stunden, bis wir mit dem Fischen loslegen können. Wir beginnen am weitentferntesten Punkt unserer Tour und arbeiten uns dann zum Hafen zurück. Wenn wir einen guten Angelplatz finden, bleiben wir da. Wenn nicht, schippern wir weiter.“

Mike startete den Schiffsmotor und die Decisions erwachte röhrend zum Leben. Gordon löste die Leinen und Mike lenkte das Boot rückwärts aus der Anlegestelle hinaus, wendete, verließ den schützenden Hafen und nahm Kurs auf die offene See.

„Mann“, sagte Dean zehn Minuten später und deutete hinaus auf den Golf. „Die Sonne geht auf. Ich glaube, das habe ich noch nie zuvor gesehen.“

Deans Begeisterung war verblüffend. Für Mike war diese Euphorie nichts Neues, er sah sie fast jedes Mal, wenn er mit einem Kunden aufs Meer hinausfuhr, aber er wurde es nie leid, das Meer durch die Augen seiner Passagiere zu sehen.

„Setz deine Sonnenbrille auf, das schützt die Augen. Wenn es die ersten Strahlen über den Horizont geschafft haben, wird es richtig hell.“ Einmal hatte ein Kunde seine Warnung missachtet und sich die Augen verletzt, weil er zu lange in die Sonne gestarrt hatte.

Als sich der Horizont erhellte und die ersten Sonnenstrahlen auf den Wellen glitzerten, griffen Dean und William nach ihren Sonnenbrillen. Es bot sich ihnen ein atemberaubender Anblick und Dean saß regungslos da und beobachtete den Sonnenaufgang auf dem offenen Meer.

„Wie ist es dir so ergangen?“, fragte William und rutschte auf den Sitz gleich neben Mikes Kapitänsstuhl, von dem aus dieser den Horizont und das GPS im Auge behielt. „Wie geht es Carrie?“

„Ganz gut“, antwortete Mike. „Sie macht sich heute einen schönen Tag mit meiner Mom.“ Er drehte leicht am Steuerrad, um auf Kurs zu bleiben. Sein Job war es, das Schiff ans Ziel zu bringen, während Gordon sich um das Wohlbefinden der Gäste kümmerte. Seit fast sechs Jahren arbeiteten die beiden jetzt zusammen, und oft wussten sie schon im Voraus, was der andere vorhatte.

„Sie ist jetzt zehn, oder nicht?“

„Genau. Letzte Woche hatte sie Geburtstag.“ Mike musste lächeln.

„Dachte mir so etwas.“ William griff nach dem alten Segeltuchrucksack, den er immer mit an Bord brachte, zog ein in rosafarbenes Papier gewickeltes Geschenk heraus und reichte es ihm. „Du hast mal erwähnt, dass sie gerne liest, deswegen habe ich ihr ein paar Bücher besorgt. Die hier haben Freunde von mir geschrieben.“

Mike nahm das Geschenk an sich. „Dankeschön. Das wird ihr bestimmt gefallen.“ Er legte das Päckchen auf dem Armaturenbrett hinter dem festmontierten GPS-Gerät ab. Dort würde es fürs Erste trocken bleiben. „Aber das wäre wirklich nicht nötig gewesen.“

William lächelte und nickte nur. „Ich dachte, es könnte ihr gefallen.“ Er hatte Carrie noch nie getroffen, aber Mike hatte ihm schon sehr oft von ihr erzählt.

„Das ist deine achte Fahrt mit mir, oder?“ Mike versuchte, sich zu erinnern.

„Ich glaube auch. Alle sechs Monate, und das seit vier Jahren. Kaum zu glauben.“

„Warum so oft?“, fragte Dean. Mike schaute sich nach ihm um. Dean sah ziemlich grün um die Nase aus. Mike fasste in die Kühlbox für seine Gäste und reichte ihm eine Flasche Wasser.

„Ich bin einfach verdammt gerne auf dem Wasser unterwegs, deswegen komme ich zweimal im Jahr her, um angeln zu gehen. Keine Handys, kein Fernsehen, kein Internet – einfach nur Ruhe. Es gibt nichts Besseres, um für ein paar Stunden alles hinter sich zu lassen und Zeit in der Natur zu verbringen. Hier gibt es nur dich, das Boot, Wasser und Fische.“ William kramte noch einmal in seinem Rucksack herum und reichte Dean ein kleines Päckchen. „Schau aufs Meer hinaus, trink etwas und versuch’s mal hiermit. Das sind Bonine-Tabletten, die sind gut gegen Seekrankheit.“

„Ich wusste doch, dass ich irgendwas hätte mitnehmen sollen, aber eigentlich werde ich nie reisekrank.“

„Das passiert jedes Mal“, erklärte Mike. Er hatte kaum einen Trip erlebt, bei dem es niemandem schlecht wurde. „Langsam und gleichmäßig atmen. Versuche, dich zu entspannen und nicht daran zu denken.“

Dean nickte und setzte sich wortlos hin.

Mike behielt ihn im Auge, bis sein Gesicht wieder eine gesunde Farbe annahm. „Bleib noch eine Weile nüchtern.“

„Danke.“ Dean blieb im überdachten Bereich des Bootes sitzen, während Mike nach den weißen Schwimmkörpern Ausschau hielt, die seine Netze markierten.

„Da ist einer, Mike“, rief William, der über wahre Adleraugen verfügte. Und tatsächlich, er hatte recht.

Mike lenkte nach rechts und hielt das Boot still, während Gordon die Falle einsammelte. Er füllte Wasser in eine ihrer Köderboxen und ließ die lebenden Fische hineingleiten. Mike half Gordon, die Falle neu zu bestücken, und bevor sie ihren Weg fortsetzten, ließen sie sie wieder zurück ins Wasser.

„Nur keine Hektik. Wir kreuzen noch eine ganze Weile herum.“ Mike gab Gas und sie schossen über das Wasser, schlugen leicht auf und Wasser spritzte auf, als sie die Wellen durchteilten. Mike liebte diesen Teil des Ausflugs, die gespannte Erwartung auf den Fang. Außerdem war er ein Speedjunkie.

William stand neben ihm und schaute durch die Frontscheibe. Er strahlte pure Lebensfreude aus.

„Wie geht’s Dean?“, fragte Mike und wandte seinen Blick wieder vom GPS zur See, die vor ihnen lag.

„Besser. Ich denke, wenn er erst etwas zu tun hat und nicht ständig daran denken muss, dass es ihm schlecht ist, wird er es schon packen.“

„Gut.“ Mike hasste es, wenn es seinen Kunden schlecht ging. Er wollte, dass sie die Tour genossen, und mit einem verstimmten Magen war das nur schwer möglich.

Eine Stunde lang fuhr Mike Vollkraft voraus. Dann drosselte er das Tempo und aktivierte das Fischortungsgerät. Sie trieben dahin, bis Mike der Grund des Golfs vielversprechend erschien. Gordon ließ den Anker fallen und Mike brachte ihn aus. Als das Boot fest verankert war, half er Gordon bei den weiteren Vorbereitungen.

„Wo willst du anfangen?“, fragte Gordon William, während er ihm eine Angel präparierte.

„Hier sieht’s gut aus“, erklärte William und nickte mit dem Kinn zu einer Stelle hinüber, während er die Angel nahm, die Gordon ihm anbot.

Gordon blieb bei Dean, um ihm die Angelausrüstung zu erklären, während Mike zu William trat, der startklar an der Reling stand.

„Weißt du noch, wie du mit dem Daumen die Schnur kontrollierst?“ Mike nahm ein Stück Fisch, das Gordon aufgeschnitten hatte, und hängte es an Williams Angelhaken.

„Klar“, antwortete William sanft, hob die Angel und ließ seinen Köder ins Wasser hinab. Er sank hinunter und William korrigierte die Schnur. Nur Sekunden später zerrte etwas am anderen Ende. William spulte die Angelschnur wieder auf und brachte den ersten Fang des Tages zum Vorschein.

Aber Dean war ihm auf den Fersen.

„Schnell aufspulen“, wies Gordon ihn an.

Williams Fisch durchbrach die Wasseroberfläche zuerst. Es war ein kleiner Zackenbarsch. Mike holte ihn vom Haken und nahm Maß, bevor er ihn in den Fischeimer fallen ließ und mit etwas Eis bedeckte.

„Was für eine Schönheit“, sagte er und präparierte den Angelhaken aufs Neue, damit William es erneut versuchen konnte.

Dean brachte einen roten Schnapper an Bord. Gordon nahm ihn vom Haken, befestigte ihn an einer Halterung und reichte ihn an Dean weiter.

„Hast du dein Smartphone dabei?“

Grinsend rückte Dean das Gerät heraus.